ISA Kontrakt

Bei ISA Kontrakt handelt es sich um ein Projekt, das durch das Justizministerium Baden-Württemberg und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird.
Die Abkürzung ISA steht für Integration straffälliger Menschen in Arbeit.
ISA Kontrakt ist ein Kooperationsprojekt, an dem außer dem Bezirksverein Pforzheim noch die Soziale Rechtspflege Ortenau, Prävent Sozial in Stuttgart sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband, Landesverband Baden-Württemberg, beteiligt sind.

Projektziel:

Ziel des Projektes ist es straffällige oder von Straffälligkeit bedrohte Menschen, die zum Kundenkreis des SGB II (Hartz IV) gehören, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Die Maßnahme dauert für die Teilnehmer 6 Monate.
Zu diesem Zweck findet zunächst eine Wiedergewöhnung an Arbeit in der Arbeitsgruppe statt. Im zweiten Schritt wird gemeinsam mit dem Teilnehmer nach einer geeigneten Praktikumsstelle gesucht.

Zugang:

Die Vermittlung in das Projekt erfolgt entweder über den Bezirksverein für Soziale Rechtspflege oder über eine der kooperierenden Arbeitsagenturen in Calw oder im Enzkreis bzw. die ARGE in Pforzheim.
Momentan sind pro vermittelnder Agentur 5 Plätze bewilligt.

Arbeitsgruppe:

Es war uns wichtig, eine Tätigkeit zu finden, die von den Teilnehmern unmittelbar als sinnvoll empfunden werden kann und bei der Arbeitserfolge und -fortschritte deutlich erkennbar sind.
Aus diesem Grund freuen wir uns in der Kreisforstverwaltung Calw einen Kooperationspartner gefunden zu haben, für den wir - hauptsächlich im Gebiet des Eyachtals - tätig sein können.
Unsere Arbeiten finden im Bereich Landschafts- und Naturschutz sowie im Bereich der Tourismus Aufgaben statt und erfüllen die Kriterien der Zusätzlichkeit und Gemeinnützigkeit.
Zwei Anleiter begleiten die Arbeitsgruppe abwechselnd.

Praktikum:

Nachdem es in der Arbeitsgruppe vorwiegend um den Erwerb von Primärtugenden wie Pünktlichkeit, regelmäßiges Arbeiten, Erfüllen von formellen Pflichten ging, soll im Praktikum eine Erprobung unter realistischen Bedingungen stattfinden. Je nach Vorerfahrung und Neigung wird mit dem Teilnehmer nach einer geeigneten Stelle gesucht.
Hierbei legen wir Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Praktikumsbetrieben.

Kompetenztraining:

Einmal pro Woche findet ein sogenanntes Kompetenztraining statt, indem die Teilnehmer Schulungen zu bestimmten Themen erhalten.
Hierbei geht es einerseits um grundlegende Dinge für den Einsatz in der Arbeitsgruppe, wie bspw. den Motorsägen Grundkurs. Andererseits werden aber auch allgemeinere Fähigkeiten z. B. im Bereich Erste Hilfe vermittelt.
Außerdem gibt es Seminare zum Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz oder zum Thema Schuldenregulierung.

Profiling:

Alle Teilnehmer durchlaufen eine regelmäßige Beurteilung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen. Die Intervalle in denen ein sogenanntes Profiling durchgeführt wird, sind so gelegt, dass Veränderungen erfasst werden können.
Durch dieses Verfahren soll dem Teilnehmer und der vermittelnden Stelle sowohl eine Beurteilung des jeweiligen Leistungsvermögens als auch die individuelle Entwicklung aufgezeigt werden.
Am Ende der Maßnahme steht die gemeinsame Erstellung eines aussagekräftigen Berichtes.

Aufwandsentschädigung:

Da es sich bei dem Projekt um eine anerkannte Arbeitsgelegenheit (AGH) handelt, können die Teilnehmer bis zu € 1,50 Mehraufwandsentschädigung pro gearbeitete Stunde erhalten.
Dieser Betrag gilt nicht als Einkommen und wird somit auch nicht dem ALG II in Abzug gebracht.

Bisherige Erfahrungen:

Bei den Teilnehmern erfreut sich das Projekt großer Beliebtheit.
Die Arbeit in der Arbeitsgruppe wird als sinnvoll und bereichernd erlebt.
Es gibt, vor allem aus dem Bereich der Klienten des Bezirksvereins, die in anderen Kontexten zu uns kommen, viele Interessenten und Anfragen.