Anti-Aggressivitäts-Training - Erwachsene

 

Das Angebot:

Wir bieten Männern die Möglichkeit in einer Gruppe von 6-8 Teilnehmern, die Wahrnehmung für das eigene Gewaltverhalten zu schärfen und ein verantwortliches, partnerschaftliches Alternativverhalten in Konfliktsituationen zu erlernen. Die Lerninhalte und Impulse werden in flexibel kombinierbaren Bausteinen (Modulen) vermittelt. Durch das Modulsystem haben Bewerber die Möglichkeit ohne Wartezeit in die Gruppe einzusteigen. Dabei können Teilnehmer, die bereits mehrere Module durchlaufen haben, Neueinsteiger motivieren und mit Wahrnehmungen konfrontieren. Das Sozialtraining beinhaltet 20 Module. Wöchentlich findet ein Gruppentreffen von je 2,5 bzw. 3 Stunden statt. Die Teilnehmer verpflichten sich schriftlich für die Teilnahme am gesamten Trainingsprogramm. Weiterhin gehören Pünktlichkeit, Bereitschaft zur Mitarbeit und ein gewaltfreier Umgang in der Gruppe verbindlich zu den Vereinbarungen.

 

Anti Aggresivitäts Training für Erwachsene


Zielgruppe unseres Angebotes:

Gewalttätige Männer (selbst- oder fremdmotiviert) für die folgendes zutrifft (optional):

  • wiederholt wegen Gewalttätigkeiten/Gewaltdelikten aufgefallen
  • nach Häuslicher Gewalt (Wohnungsverweis, Näherungsverbot)
  • Teilnahme an einer Trainingsmaßnahme für gewalttätige Männer angeraten
  • richterliche Auflage wurde erteilt
  • im Kontext ihrer eigenen Aggressivität und Gewalt Veränderungsbedarf verspüren
  • eine Gerichtsverhandlung wegen Gewalttätigkeit droht

 

Abgrenzung:

Für Personen die ...

  • vorherrschend alkohol- oder drogenabhängig sind (unbehandelt)
  • die suizidgefährdet sind oder an einer psychischen Erkrankung leiden
  • Gewalt funktional einsetzten (Zuhälter, organisierte Kriminalität)
  • durch sexualisierte Gewalttaten auffallen

ist das Training nicht geeignet.

 

Zugangsmöglichkeiten zur Trainingsgruppe:

  • Eigenmotivation (Selbstmelder): Anfrage beim Bezirksverein für soziale Rechtspflege oder der Koordinationsstelle nach einem Trainingsangebot für gewalttätige Männer
  • Fremdmotivation: Zugewiesen durch das Gericht, Vermittlung durch die Polizei, Bewährungsauflagen, Bedingung für die Arbeit mit einer Clearingstelle, Gerichtsverfahren droht

 

Ziele unseres Trainingsangebotes:

  1. Erlangung von Einsicht in das eigene Verhalten
  2. Übernahme von Verantwortung für das eigene Verhalten - Tatkonfrontation
  3. Entwicklung von „Notfallprogrammen"
  4. Aufdecken und Zerschlagen von Rechtfertigungsstrategien und Tatlegenden
  5. Empathie für die Opfer entwickeln - Tatfolgenkonfrontation
  6. Wirksame Verhaltensänderung
  7. Verzicht auf Gewalt
  8. Alternative Konfliktlösemöglichkeiten entwickeln und umsetzten
  9. Veränderung des Rollenbildes „Mann - Frau"
  10. Zugang zu den eigene Schwächen und Stärken und Zugang zu Gefühlen

 

Kosten für die Teilnehmer

  • Die Vorgespräche sind für die Teilnehmer kostenfrei
  • Für die Trainingsgruppen wird von jedem Teilnehmer pro Sitzung ein Eigenanteil von € 15,- erhoben.
  • In besonderen Härtefällen können individuelle Vereinbarungen getroffen werden.

 

Der Vertrag

Mit jedem Teilnehmer wird nach dem Erstgespräch ein Vertrag über Zusammenarbeit, Bedingungen in der Gruppe und Kooperation mit weiteren Stellen (z.B. Bewährungshilfe) und Personen (z.B. Partnerin, Ehefrau) abgeschlossen. Der Vertrag ist fester Bestandteil des Trainingsprogramms.
Beinhaltet sind:

  1. Entbindung von der Schweigepflicht
  2. Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme an den Vorgesprächen und der Gruppe
  3. Konsequenzen für einen versäumten Termin
  4. Bei Häuslicher Gewalt: Vereinbarung über den Kontakt bzw. Kontaktunterbrechung zur Partnerin nach Ablauf des Platzverweises
  5. Klarlegung, dass bei bekannt werden strafbarer Handlungen, diese zur Anzeige gebracht werden
  6. Vereinbarung über die Weiterleitung des Vertrages an die kooperierenden Stellen.

Nach Abschluss des Trainings und Bezahlung des Eigenanteils erhalten die Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung, welche in Kopie auch an die zuweisende Stelle geschickt wird.

 

Anti - Aggressivitäts -Training Erwachsene


Das Team

Durchgeführt wird das AAT von zwei Trainingsleitern (Sozialarbeiter/-pädagoge), wobei einer die Zusatzqualifikation zum AAT-Trainer hat, welche auch die Selbsterfahrung auf dem „heißen Stuhl" beinhaltet. Noch glaubwürdiger wird das Training für die Teilnehmer durch den Einsatz von Ex-Schlägern oder friedfertigen Kampfsportlern, den sogenannten Tutoren, die bereits ein AAT erfolgreich absolviert haben. Diese bieten positiven Anreiz und Lernmodell zugleich. Nicht zuletzt der Teamgeist in der Gruppe stärkt den Willen zu Verhaltensänderung.