Klärungs- und Konflikthilfe bei Häuslicher Gewalt / Platzverweis

Der Bezirksverein bietet im Rahmen ganzheitlicher sozialer Rechtspflege Konfliktpartnern (Opfern und Tätern) im Vorfeld von Straftaten oder danach Klärungs- und Konflikthilfe.

Diese zielt darauf, es den Parteien zu ermöglichen, den jeweils eigenen Stand zum Geschehen zu klären. Es geht hierbei insbesondere darum, Verletzungen und Schäden jeder Art zu verbalisieren und aufzustellen sowie Forderungen bzw. Angebote einer möglichen Wiedergutmachung zu erstellen um diese der Gegenseite nahe zubringen. Auch soll der jeweilige eigene Anteil am Konfliktgeschehen in den Blick genommen werden. Schließlich geht es regelmäßig auch darum, für die Zukunft die Interessen beider Parteien zu klären und Absprachen für aufeinander bezogenes Verhalten zu treffen.

In geeigneten Fällen wird ein Ausgleichsgespräch beider Parteien zusammen unter Moderation des/der Konfliktschlichter angestrebt.

In Fällen von häuslicher Gewalt erfolgt die Beratung der Parteien grundsätzlich getrennt und durch unterschiedliche Beraterinnen/Berater. Bei Zustandekommen eines gemeinsamen Ausgleichgesprächs wird die Moderation i.d.R. durch einen weiteren Mitarbeiter erfolgen. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Parteien von ihren jeweiligen Beraterinnen im Ausgleich gestützt oder auch vertreten werden können.

 

Klärung und Konfliktenhilfe bei Gewalt

Klärungs- und Konflikthilfe für von häuslicher Gewalt Betroffene, Geschlagene

Die Beratung erfolgt für die geschlagenen Frauen zunächst in jedem Fall ohne den Partner. Vertrauenspersonen können mitgebracht werden.

Durch geeignete Gesprächsführung und Haltung der Beraterin soll die Frau in die Lage versetzt werden, ihre Situation hinsichtlich der erlebten Verletzungen, insbesondere des körperlichen, des emotionalen und des sachlichen Schadens umfänglich wahrzunehmen und auszudrücken.

Darauf aufbauend soll eine Klärung erfolgen, was aktuell während der Zeit des Platzverweises zu beachten ist, z.B. an sonstigen Beratungshilfen, Behandlungen, Behördenkontakten in Anspruch genommen werden soll. Sofern Kinder (mit-)betroffen sind ist dies besonders zu berücksichtigen und eine Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt anzustreben.

Vorstellungen der Frau zur zukünftigen Situation „Versuch des weiteren Zusammenlebens" oder „Trennung vom Partner" sollen im Sinne einer Konfliktberatung exploriert werden.

Unabhängig von der Entscheidung, ob ein weiteres Zusammenleben oder eine Trennung in Frage kommt, soll eine Ausgleichssituation mit dem Partner eingeleitet werden.

Ziel des Ausgleichsgesprächs ist die Konfrontation des Täters mit dem Erleben des Opfers, die Wiedergutmachung der körperlichen und emotionalen Verletzungen.

 

Klärungs- und Konflikthilfe für Täter von häuslicher Gewalt, Schlagende

Die Beratung erfolgt für die schlagenden Partner zunächst in jedem Fall ohne die geschlagene Partnerin.

Mit der klaren Vorgabe und Haltung des Beraters, dass gewalttätige Konfliktlösungsstrategien nicht akzeptabel sind, die Person als solche jedoch angenommen wird, wird dem Hilfesuchenden eine Betrachtung des Geschehens und der aktuellen Situation ermöglicht.

Besonderer Wert wird darauf gelegt, eigene Verhaltensanteile, die zur Konfliktlage und zur Eskalation führten und führen zu erkennen und zu verdeutlichen.

Der Schlagende soll die Situation und die Folgen für die Geschlagene erkennen. Hierzu gehört auch die Verdeutlichung, dass eine Rückkehr in die alte Situation nicht ohne Berücksichtigung des Willens der Geschlagenen möglich ist und ein Konfliktausgleich sowie verbindliche Absprachen für zukünftige Konfliktlagen vorausgehen müssen.

Die Klärungs- und Konflikthilfe für Schlagende zielt darauf, die Situation als von eigenem Verhalten bedingt zu akzeptieren und in ein gleichberechtigtes Ausgleichsverfahren mit der Partnerin einzusteigen.

Bei der Beratung wird wenn Bedarf erkannt wird darauf abgezielt, den Schlagenden in weitere unterstützende Maßnahmen z.B. das Anti-Aggressivitäts-Training zu vermitteln.

 

Klärung und Konfliktenhilfe bei Gewalt

Kooperation

Die Arbeit im Rahmen der Klärungs- und Konflikthilfe geschieht in enger Kooperation mit der Fachstelle Häusliche Gewalt und, im Falle der Wegweisung, dem Amt für öffentliche Ordnung