Jugendarbeitslosigkeit, fehlende Lebensperspektiven, Teilfamilien in denen die männliche Identifikationsfigur fehlt und Migrationshintergrund :
Die Lebenswelt von Jugendlichen ist heute geprägt von emotionaler und sozialer Unsicherheit. Besonders männliche Jugendliche sind verunsichert. Alte Rollenbilder und männliche Wertmaßstäbe sind nur noch eingeschränkt anwendbar. Vielen männlichen Jugendlichen fehlen positive Vaterfiguren und männliche Bezugs- personen, die ihnen Werte-, Rollen- und Identitätsorientierung geben können. Das Fehlen tatsächlicher männlicher Vorbilder wird gefüllt durch ein Männerbild aus den Medien (hierzu zählen auch die Bilder, die in der Gruppe gültig sind), das es als selbstverständlich ansieht, seine Interessen auch unter Anwendung von Gewalt durchzusetzen. Diese Vorbilder bieten einen „Helden" an, der das „Gute" mit vehementer Gewalt durchsetzt. Diese Vorbilder stehen parallel zu einem unsicheren Selbstwert.
Zugrunde liegt oft die Wahrnehmung, dass Gefühle von Enttäuschung und Kränkung als Schwäche gewertet werden und kein männliches Rollenbild angeboten wird, das einen positiven, sozialen Umgang mit diesen Gefühlen anbietet.
Gefühle von Angst, Schwäche, Ohnmacht, Unterlegenheit, Hilflosigkeit und Opfersein werden mit aggressiven und gewalttätigen Handlungen abgewehrt und beantwortet.

Beim Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) für männliche Jugendliche handelt es sich um eine deliktspezifische, verhaltensbezogene, sozialpädagogisch-psychologische Behandlungsmaßnahme für gewalttätige Wiederholungstäter. Das Training basiert auf einem lerntheoretisch-kognitiven Paradigma, wobei Erkenntnisse der Aggressivitätstheorie im Vordergrund stehen.
Zur Zielgruppe zählen Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene, die sich gerne schlagen, die selbstbewusst auftreten und Spaß an der Gewalt haben. Personen für die das Training geeignet ist, sind somit schul- und stadtbekannte Schläger, mehrfachauffällige Gewalttäter (Intensivtäter) und Schläger aus Gangs.
Das Anti-Aggressivitäts-Training wurde von Prof. Dr. Jens Weidner in Deutschland in der Jugendanstalt Hameln entwickelt. Er greift dabei auf die Erfahrungen von S. Ferrainola, Glen Mills Schools, M.Heilemann/R.Pern Geschlechtsrollenseminar, F. Farrely, Provokative Therapie sowie das lerntheoretisch-kognitive Paradigma Banduras „Lernen am Modell" / „Aggressives Verhalten kann verlernt werden" zurück.
Grundlage ist ein optimistisches Menschenbild:
Verstehen, aber nicht einverstanden sein.
„There is no bad boy/girl" (Ferrainola, Glen Mills School, USA)
Wir bieten männlichen Jugendlichen die Möglichkeit eines AAT in einer Gruppe von 6 - 8 Teilnehmern. Ziel ist die Wahrnehmung für das eigene Gewaltverhalten zu schärfen und ein verantwortliches, partnerschaftliches Alternativverhalten in Konfliktsituationen zu erlernen. Die Lerninhalte und Impulse werden in Bausteinen (Modulen) vermittelt.
Das Training beinhaltet insgesamt 60 Stunden an Arbeit mit den TN:
Die Teilnehmer verpflichten sich mit Kenntnis der Erziehungsberechtigten schriftlich für die Teilnahme am gesamten Trainingsprogramm. Weiterhin gehören Pünktlichkeit, Bereitschaft zur Mitarbeit und ein gewaltfreier Umgang in der Gruppe und außerhalb verbindlich zu den Vereinbarungen.

Abgrenzung:
Das Anti-Aggressivitäts-Training wurde von Prof. Dr. Jens Weidner in Deutschland in der Jugendanstalt Hameln entwickelt. Er greift dabei auf die Erfahrungen von S. Ferrainola, Glen Mills Schools, M.Heilemann/R.Pern Geschlechtsrollenseminar, F. Farrely, Provokative Therapie sowie das lerntheoretisch-kognitive Paradigma
Banduras „Lernen am Modell" / „Aggressives Verhalten kann verlernt werden" zurück.
Grundlage ist ein optimistisches Menschenbild:
Verstehen, aber nicht einverstanden sein.
„There is no bad boy/girl" (Ferrainola, Glen Mills School, USA)